Moin liebe Bierfreunde!
Zum 125-jÀhrigen JubilÀum hat sich die Brauerei Rapp nicht lumpen lassen und ein ganz besonderes Schmankerl auf den Markt gebracht: Das Spezial No. 125. Es handelt sich dabei um ein krÀftiges, unfiltriertes Kellerbier (Zwickel), das traditionelle Handwerkskunst und höchste BrauqualitÀt in einer Flasche vereinen soll.
Als Diplom-Biersommelier freue ich mich ĂŒber solche Festbiere immer besonders, denn hier dĂŒrfen die Braumeister oft zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Ob das Spezial No. 125 dem groĂen JubilĂ€um gerecht wird, schauen wir uns jetzt im Tasting an!
⥠Quick-Check: Rapp Spezial No. 125
- Bierstil: Unfiltriertes Spezialbier (Kellerbier / Zwickl)
- StammwĂŒrze: 13,0 %
- Alkoholgehalt: 5,8 % Vol.
- Sommelier-Bewertung: âââââ (8/10)
Fazit: Ein absolut wĂŒrdiges JubilĂ€umsbier! Extrem vollmundig durch die lange Lagerung und die historischen Malzsorten. Feine Fruchtnoten (Mirabelle) treffen auf einen krĂ€ftigen, malzigen Körper. Toll ausbalanciert!
Edle Zutaten: Steffi und Barke
đș Biersommelier-Wissen: Was sind Heritage-Malze?
FĂŒr dieses Bier hat Rapp tief in die Trickkiste gegriffen und die Gerstensorten Steffi und Barke verwendet. Das sind traditionelle Zuchtsorten (sogenannte Heritage-Sorten), die in der modernen Massenproduktion oft wegen geringerer ErtrĂ€ge aussortiert wurden. Unter Brauern gelten sie jedoch als absolute Aroma-Wunder, da sie dem Bier einen viel intensiveren, kernigeren und vollmundigeren Malzkörper verleihen als moderne Hochleistungsgerste.
Tasting Notes: So schmeckt das Rapp Spezial No. 125
Mit 13,0 % StammwĂŒrze und 5,8 % Alkohol bringt das Spezial ordentlich Wumms mit. Zeit fĂŒr den sensorischen Test:
- đ Optik: Das Bier erstrahlt in einem krĂ€ftigen, satten Goldgelb. Die feine, natĂŒrliche HefetrĂŒbung steht ihm hervorragend. Obenauf sitzt ein reinweiĂer, feinporiger Schaum, der stabil bleibt und dem Zwickl eine wunderbar einladende Frische verleiht.
- đ Geruch (Nosing): Die Nase wird sofort von intensiven, edlen Malzaromen begrĂŒĂt. Es duftet angenehm sĂŒĂlich, fast schon etwas teigig. Begleitet wird das Ganze von einer grasig-hopfigen Frische und einem herrlichen, leicht fruchtigen Profil, das stark an reife Mirabellen erinnert (ein wunderbarer Effekt der besonderen Malzsorten und der Hefe).
- đ Geschmack (Palate): Der Antrunk ist krĂ€ftig, direkt prĂ€sent und leicht sĂŒĂlich. Man merkt dem Bier die lange Lagerung an: Es entwickelt eine herausragende Vollmundigkeit und eine cremige Textur am Gaumen, die fĂŒr ein Zwickel in dieser Form auĂergewöhnlich reif wirkt.
- đ Abgang (Finish): Hintenraus hĂ€lt das Spezial No. 125 noch eine Ăberraschung bereit: Eine sehr feine, fast schon sĂ€uerlich-erfrischende Noteblitzt kurz auf, die dem schweren Körper eine tolle Leichtigkeit gibt. Abgeschlossen wird der Schluck von einer harmonischen, keinesfalls zu dominanten Hopfenbittere.
đ Sommelier-Tipp: Das passt zum JubilĂ€umsbier
Ein so vollmundiges, malzbetontes Spezialbier mit 5,8 % Alkohol braucht einen krĂ€ftigen Gegenspieler! Es passt hervorragend zu einem deftigen Zwiebelrostbraten, wĂŒrzigen KĂ€sespĂ€tzle (am besten mit reifem BergkĂ€se) oder einem klassischen Wurstsalat mit deftigem Bauernbrot. Die MalzsĂŒĂe des Bieres fĂ€ngt die Röstaromen und WĂŒrze dieser Gerichte perfekt ein.
Fazit: Ein Fest im Glas
Das Rapp Spezial No. 125 ist nicht einfach nur ein neues Etikett, sondern ein absolut gelungenes JubilĂ€umsbier! Es verbindet traditionelle Braukunst (historische Gerstensorten, unfiltriert) mit einem modernen, fruchtig-wĂŒrzigen Geschmackserlebnis. Die komplexen Malznoten und die lange, kĂŒhle Reifung machen es zu einem unheimlich sĂŒffigen und gleichzeitig charakterstarken Kellerbier. Von mir gibt es hier eine uneingeschrĂ€nkte Weiterempfehlung. Cheers!
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