Die Stone Brewing Company aus Kalifornien ist ein absolutes Urgestein der amerikanischen Craft-Beer-Szene. Gegründet 1996, ist die Brauerei eigentlich für kompromisslose, extrem bittere „West Coast IPAs“ berühmt geworden. Doch der Biermarkt entwickelt sich weiter – und so hat auch Stone einen Ausflug in die saftige, trübe Welt der New England IPAs gewagt.
Heute im Biersommelier-Test: Das Stone Hazy IPA. Ein Bier, das laut Brauerei eine „groovige, saftige Citrus-Explosion“ sein soll. Ob die Bitter-Pioniere auch weich und fruchtig können? Finden wir es heraus!
⚡ Quick-Check: Stone Hazy IPA
- Bierstil: Hazy IPA / New England IPA
- Alkoholgehalt: 6,7 % Vol.
- Hopfen: El Dorado, Azacca, Sabro
- Malz: Gerste, Weizen, Hafer
- Sommelier-Bewertung: ⭐⭐⭐⭐½ (9/10)
Fazit: Ein tropischer Traum! Unglaublich saftig, cremig im Mundgefühl und mit einer herrlichen Balance aus intensiver Frucht und moderater Bittere. Ein absolutes Must-Drink für IPA-Fans.
Biersommelier-Wissen: Warum ist ein Hazy IPA eigentlich trüb?
Wer sich wundert, warum das Bier aussieht wie naturtrüber Multivitaminsaft, muss einen Blick auf die Zutatenliste werfen. Bei einem „Hazy IPA“ (oft auch NEIPA für New England IPA genannt) wird neben klassischem Gerstenmalz ein hoher Anteil an Weizen und Haferflocken eingebraut. Die Proteine aus Weizen und Hafer setzen sich im Bier ab und sorgen für die gewollte Trübung. Gleichzeitig verleiht der Hafer dem Bier ein unheimlich weiches, fast schon cremiges Mundgefühl.
Das Tasting: Tropicana im Glas
- 👀 Optik: Blickdicht, milchig-trüb in einem leuchtenden Goldgelb. Gekrönt wird das Spektakel von einem sehr cremigen, feinporigen Schaumkragen, der wunderbar am Glas haftet (Lacing).
- 👃 Geruch: Hier zeigt sich die ganze Wucht der Kalthopfung! Aus dem Glas strömen sofort intensive, tropische Aromen: Ich rieche reife Mango, frische Ananas, süße Orange und einen Hauch von Kokosnuss (ein typisches Markenzeichen des Sabro-Hopfens).
- 👅 Geschmack: Der Antrunk ist dank der geringen Spundung (weniger aggressive Kohlensäure) sehr weich. Auf der Zunge entlädt sich eine regelrechte Saft-Bombe. Zitrone, Melone und Tropenfrucht paaren sich mit einer angenehmen, stützenden Malzsüße. Das Mundgefühl ist samtig und vollmundig.
- 👋 Abgang: Anders als bei klassischen Stone-Bieren ist die Bittere hier erstaunlich zurückhaltend und sehr rund. Ein langanhaltendes, fruchtiges Finish, das sofort den nächsten Schluck einfordert.
🍔 Sommelier-Tipp: Das perfekte Food-Pairing
Zu einem so saftigen und fruchtigen Bier passen Gerichte, die diese Tropennoten aufnehmen. Mein Favorit: Tacos al Pastor (mit feinen Ananas-Stücken) oder ein fruchtiges Mango-Hähnchen-Curry. Auch zu gegrilltem Lachs mit einer leichten Zitrus-Glasur funktioniert das Stone Hazy IPA absolut hervorragend!
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen West Coast IPA und Hazy IPA?
Ein West Coast IPA ist meist glasklar, hat kräftige Noten von Pinie, Harz und Grapefruit und zeichnet sich durch eine sehr markante, langanhaltende Bittere aus. Ein Hazy IPA (wie dieses von Stone) ist stark getrübt, hat ein cremiges Mundgefühl, schmeckt stark nach Tropenfrüchten und weist nur eine sehr sanfte, zurückhaltende Bittere auf.
Welche Hopfen sind im Stone Hazy IPA?
Die Brauerei setzt hier auf ein Trio aus modernen Aromahopfen: El Dorado (bringt Noten von Wassermelone und Birne), Azacca (sorgt für Mango und Papaya) und Sabro (verleiht dem Bier eine einzigartige Note von Mandarine und einem Hauch Kokos).
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