Was ist das beste Bier der Welt? Diese Frage bekomme ich als Biersommelier regelmäßig gestellt – bei Bier-Tastings, bei Brauereiführungen und natürlich auch dann, wenn wieder irgendwo die Schlagzeile auftaucht: „Das beste Bier der Welt kommt aus Deutschland“ oder „Das beste Pils der Welt kommt aus XY“.
Doch stimmt das wirklich? Gibt es tatsächlich ein Bier, das objektiv das beste Bier der Welt ist? Oder steckt hinter solchen Schlagzeilen etwas ganz anderes?
Die kurze Antwort lautet: Nein, das eine beste Bier der Welt gibt es nicht. Es gibt aber sehr wohl hervorragend gebraute Biere, preisgekrönte Biere und Biere, die in ihrer Kategorie außergewöhnlich gut abschneiden.
Und genau hier wird es interessant. Denn Bier-Wettbewerbe können durchaus etwas über die Qualität eines Bieres aussagen – nur eben nicht unbedingt das, was eine reißerische Überschrift daraus macht.
- Warum es kein bestes Bier der Welt gibt
- Was hinter „bestes Bier der Welt“ steckt
- Was Bier-Wettbewerbe wirklich messen
- World Beer Awards 2025
- World Beer Cup 2025
- Ein deutsches Beispiel: Weiherer Rauch
- Ist das meistverkaufte Bier das beste?
- Geschmack ist subjektiv
- Was macht ein gutes Bier aus?
- Auch Lagerung und Ausschank zählen
- Meine Kriterien als Biersommelier
- Fazit
- Häufige Fragen
Warum es kein bestes Bier der Welt geben kann
Schon die enorme Vielfalt der Bierwelt macht die Suche nach einem einzigen Sieger schwierig.
Weltweit existieren zahlreiche unterschiedliche Bierstile und unzählige Interpretationen davon. Dazu kommen zehntausende Brauereien und eine enorme Zahl verschiedener Biere.
Allein die Unterschiede zwischen einem leichten Lagerbier, einem belgischen Lambic, einem kräftigen Imperial Stout und einem hopfenintensiven IPA sind enorm.
Wie soll man diese Biere sinnvoll miteinander vergleichen?
Ein Imperial Stout mit 12 Prozent Alkohol und kräftigen Röstaromen nach den gleichen Maßstäben zu bewerten wie ein leichtes, spritziges Kölsch oder ein frisches Pils ergibt schlicht wenig Sinn.
Der entscheidende Punkt
Ein Bier kann innerhalb seines Bierstils hervorragend sein, ohne deshalb automatisch das beste Bier aller Bierstile zu sein.
Was steckt hinter Schlagzeilen wie „Das beste Bier der Welt“?
Immer wieder erscheinen in Zeitungen und Online-Magazinen Schlagzeilen wie „Das beste Bier der Welt kommt aus Deutschland“ oder „Das beste Pils der Welt kommt aus XY“.
Oft basiert eine solche Meldung auf einem tatsächlichen Wettbewerbserfolg. Das Bier hat beispielsweise eine Goldmedaille gewonnen oder wurde in einer bestimmten Kategorie zum „World’s Best“ erklärt.
Das ist zunächst einmal eine echte Auszeichnung.
Problematisch wird es erst dann, wenn aus dem konkreten Wettbewerbsergebnis die pauschale Aussage gemacht wird:
„Dieses ist das beste Bier der Welt.“
Denn bei einem internationalen Bierwettbewerb treten nicht automatisch alle Biere der Welt gegeneinander an. Es gibt unterschiedliche Wettbewerbe, unterschiedliche Kategorien und unterschiedliche Teilnehmerfelder.
Was Bier-Wettbewerbe wirklich messen
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Bier-Wettbewerbe wertlos wären. Im Gegenteil: Als Biersommelier finde ich solche Wettbewerbe sehr interessant.
Seriöse Wettbewerbe arbeiten mit definierten Kategorien und Bewertungskriterien. Juroren beurteilen Biere beispielsweise nach Aroma, Geschmack, Mundgefühl, Aussehen, Balance und – abhängig vom Wettbewerb – nach ihrer Stiltypizität.
Häufig wird außerdem blind verkostet. Dadurch wird zumindest ein Teil des Einflusses von Marke, Preis und Verpackung reduziert.
Ein Wettbewerb kann deshalb eine durchaus wertvolle Aussage liefern:
Das Bier konnte die Jury innerhalb der jeweiligen Kategorie und des jeweiligen Teilnehmerfeldes überzeugen.
Das ist eine interessante Qualitätsaussage – aber kein objektiver Beweis, dass dieses Bier für jeden Menschen das beste Bier der Welt ist.
Konkretes Beispiel: World Beer Awards 2025
Besonders gut lässt sich das Problem am World Beer Awards 2025 erklären.
Bei diesem Wettbewerb wurden laut Veranstalter mehr als 3.000 Biere eingereicht. Die Gewinner wurden anschließend nach Bierstilen und Kategorien ausgezeichnet.
Der entscheidende Punkt steht sogar in der eigenen Kommunikation des Wettbewerbs: Die Gewinner erhielten den Titel „World’s Best“ für ihre jeweilige Stil-Kategorie.
Waldhaus Diplom Pils
Das Waldhaus Diplom Pils aus Deutschland wurde 2025 beim World Beer Awards zum „World’s Best Classic Pilsener“ ausgezeichnet.
Das ist eine starke Auszeichnung. Aber schon der Name der Kategorie zeigt, warum daraus nicht automatisch „bestes Bier der Welt“ werden kann: Es handelt sich konkret um die Kategorie Classic Pilsener.
Quelle: World Beer Awards – World’s Best Classic Pilsener 2025
Opa Bier Hop Lager
Gleichzeitig wurde das Opa Bier Hop Lager aus Brasilien als „World’s Best Hoppy Pilsener“ ausgezeichnet.
Damit haben wir bereits zwei verschiedene Biere, die 2025 beim gleichen Wettbewerb einen „World’s Best“-Titel tragen:
- Waldhaus Diplom Pils – World’s Best Classic Pilsener
- Opa Bier Hop Lager – World’s Best Hoppy Pilsener
Welches davon ist nun das beste Bier der Welt?
Genau diese Frage beantwortet der Wettbewerb gar nicht.
Quelle: World Beer Awards – World’s Best Hoppy Pilsener 2025
Und es gibt noch viele weitere „World’s Best“-Titel
Beim World Beer Awards 2025 gab es unter anderem auch einen „World’s Best Bock“, einen „World’s Best Helles/Münchner“, einen „World’s Best Dortmunder“, einen „World’s Best Strong Lager“ und einen „World’s Best Vienna Lager“.
Alle diese Titel können gleichzeitig existieren, weil sie sich auf unterschiedliche Kategorien beziehen.
| Kategorie | Gewinner 2025 | Land |
|---|---|---|
| Classic Pilsener | Waldhaus Diplom Pils | Deutschland |
| Hoppy Pilsener | Opa Bier Hop Lager | Brasilien |
| Bock | Grolsch Rijke Herfstbok | Niederlande |
| Dortmunder | Schwarzbräu Der Urtyp | Deutschland |
| Vienna Lager | Big John Vienna Lager | Brasilien |
Genau diese Tabelle zeigt das Problem eigentlich schon sehr deutlich: Es gibt beim selben Wettbewerb mehrere „World’s Best“-Biere.
World Beer Cup 2025: 186 Pilsner kämpfen um Gold
Ein weiteres hervorragendes Beispiel liefert der World Beer Cup 2025.
Hier wird besonders deutlich, wie groß ein Teilnehmerfeld bei einem internationalen Bierwettbewerb sein kann.
German-Style Pilsener
In der Kategorie German-Style Pilsener traten beim World Beer Cup 2025 insgesamt 186 Biere gegeneinander an.
| Platz | Bier | Brauerei |
|---|---|---|
| 🥇 Gold | Haha Pils | Arbeiter Brewing Co., Minneapolis |
| 🥈 Silber | Kinabik Pilsner | Snake Lake Brewing Co., Kanada |
| 🥉 Bronze | Planks | MadeWest Brewing Co., Kalifornien |
Das Siegerbier Haha Pils hat sich damit gegen 185 weitere eingereichte Biere dieser Kategorie durchgesetzt. Das ist ohne Frage eine beeindruckende Leistung.
Aber auch hier gilt: Es war der Sieger der Kategorie German-Style Pilsener – nicht der Sieger aller Biere der Welt.
Quelle: World Beer Cup 2025 – Winners List
Genau solche Ergebnisse finde ich persönlich spannend. 186 Biere in einer einzigen Pils-Kategorie und am Ende gibt es einen Sieger. Das ist eine echte Leistung. Ich würde daraus aber niemals ableiten, dass dieses Bier automatisch jedem anderen Bier der Welt überlegen ist.
Ein deutsches Beispiel: Weiherer Rauch
Auch die deutsche Brauerei Kundmüller beziehungsweise ihre Marke Weiherer liefert ein schönes Beispiel dafür, wie unterschiedlich Wettbewerbsergebnisse sein können.
Das Weiherer Rauch gewann beim World Beer Cup 2025 Gold. Die Brauerei bezeichnet es deshalb als Weltmeister.
Und auch hier ist diese Aussage nachvollziehbar: Das Bier gewann innerhalb seiner Wettbewerbskategorie die Goldmedaille.
Gleichzeitig hat die Brauerei in anderen Wettbewerben und Kategorien mit anderen Bieren weitere Auszeichnungen gewonnen.
„Gold beim World Beer Cup“ ist eine konkrete, nachvollziehbare Wettbewerbsaussage.
„Das beste Bier der Welt“ ist dagegen eine wesentlich weitergehende Interpretation.
Das Weiherer Rauch ist damit ein hervorragendes Beispiel dafür, dass ein Bier tatsächlich Weltmeister eines Wettbewerbs beziehungsweise einer Kategorie werden kann, ohne dass damit automatisch die gesamte Bierwelt objektiv gerankt wurde.
Quelle: Brauerei Kundmüller – Auszeichnungen
Ist das meistverkaufte Bier der Welt automatisch das beste?
Vielleicht lässt sich die Frage ja auf eine andere Art beantworten: Wir schauen einfach auf die Verkaufszahlen.
Das meistverkaufte Bier der Welt muss schließlich das beste sein. Immerhin kaufen es Millionen oder sogar Milliarden Menschen.
Leider funktioniert auch diese Logik nicht.
Zu den weltweit größten Biermarken gehören unter anderem Snow, Tsingtao, Budweiser, Skol und Harbin.
Das zeigt allerdings zunächst vor allem etwas über die Größe dieser Marken, ihre Vertriebsnetze, lokale Trinkgewohnheiten, Preise und Marktanteile.
Verkaufszahlen sagen dagegen nur sehr eingeschränkt etwas über die sensorische Qualität oder handwerkliche Komplexität eines Bieres aus.
Massentauglichkeit ist nicht dasselbe wie sensorische Qualität
Ein Bier kann Millionen Menschen schmecken und trotzdem vergleichsweise simpel aufgebaut sein. Umgekehrt kann ein komplexes, außergewöhnliches Bier nur eine kleine Zielgruppe ansprechen.
Geschmack ist subjektiv – aber nicht beliebig
Jetzt könnte man sagen: „Dann ist doch einfach alles Geschmackssache.“
Ganz so einfach ist es allerdings auch nicht.
Als Biersommelier kann ich ein Bier durchaus fachlich beurteilen. Es gibt zahlreiche sensorische Kriterien, die sich beschreiben und systematisch bewerten lassen.
Hat das Bier Fehlgeschmäcker? Ist die Bittere passend? Ist die Karbonisierung stimmig? Ist die Balance gelungen? Entspricht das Bier seinem vorgesehenen Stil?
Solche Eigenschaften lassen sich durchaus fachlich diskutieren.
Was dagegen niemand objektiv für alle Menschen beantworten kann, ist die Frage:
Genau hier beginnt die persönliche Wahrnehmung. Und die ist bei jedem Menschen unterschiedlich.
Ein gutes Bier muss dir nicht schmecken
Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich bei meinen Bier-Tastings vermittle.
Ein Bier kann handwerklich hervorragend gebraut, fehlerfrei und stiltypisch sein – und trotzdem muss es dir nicht schmecken.
Wenn jemand beispielsweise keine ausgeprägte Bittere mag, wird ein hervorragendes Double IPA möglicherweise niemals zum Lieblingsbier dieser Person.
Das bedeutet nicht, dass das Bier schlecht ist.
Es bedeutet lediglich: Qualität und persönlicher Geschmack sind nicht dasselbe.
Das beste Bier hängt auch vom Anlass ab
Selbst mein persönlicher Bierfavorit kann sich je nach Situation verändern.
Nach einer langen Wanderung an einem heißen Sommertag möchte ich vielleicht ein leichtes, frisches und spritziges Lagerbier trinken.
Zu einem kräftigen Steak kann ein anderes Bier deutlich besser funktionieren.
Zu einem Dessert kann plötzlich ein Imperial Stout die perfekte Wahl sein.
Und bei einem gemütlichen Abend mit Freunden kann ein Bier gewinnen, mit dem ich persönliche Erinnerungen verbinde.
Deshalb ist die Frage nach dem besten Bier häufig eigentlich eine andere:
„Welches Bier passt für mich in diesem Moment am besten?“
Was macht für mich als Biersommelier ein wirklich gutes Bier aus?
Wenn ich ein Bier fachlich beurteilen soll, schaue ich deshalb nicht einfach darauf, ob irgendwo eine Goldmedaille auf dem Etikett steht.
Für mich spielen mehrere Faktoren eine Rolle:
| Kriterium | Worauf kommt es an? |
|---|---|
| Stiltypizität | Entspricht das Bier den Eigenschaften, die man von diesem Bierstil erwarten darf? |
| Fehlerfreiheit | Gibt es unerwünschte Aromen oder sensorische Fehler? |
| Balance | Sind Malz, Hopfen, Bittere, Süße, Alkohol und weitere Komponenten sinnvoll aufeinander abgestimmt? |
| Rohstoffe | Wie gut passen Malz, Hopfen, Wasser und Hefe zusammen? |
| Handwerk | Wie sauber wurde das Bier gebraut und vergoren? |
| Frische | Wurde das Bier richtig gelagert und in einem passenden Zeitraum getrunken? |
| Servierqualität | Passen Glas, Temperatur, Kohlensäure und Ausschank? |
| Persönlicher Geschmack | Und am Ende natürlich: Schmeckt es mir? |
Auch Lagerung und Ausschank können ein Spitzenbier ruinieren
Ein Punkt, der bei der Diskussion über das beste Bier der Welt häufig vergessen wird, ist die Servier- und Lagerqualität.
Stellt euch vor, eine Brauerei produziert ein hervorragendes, hopfenbetontes IPA. Anschließend wird das Bier aber monatelang warm und unter ungünstigen Bedingungen gelagert.
Was kommt am Ende beim Konsumenten an?
Möglicherweise nicht mehr das Bier, das die Brauer ursprünglich geschaffen haben.
Licht, Sauerstoff und Wärme können die sensorischen Eigenschaften eines Bieres deutlich verändern.
Gerade bei hopfenbetonten Bieren spielt die Frische eine wichtige Rolle.
Ein Wettbewerb bewertet ein Bier unter den Bedingungen der Verkostung. Was später beim Konsumenten aus der Flasche oder Dose ins Glas kommt, hängt zusätzlich von Transport, Lagerung, Temperatur und Ausschank ab.
Das beste Bier ist nicht automatisch das komplexeste Bier
Ein weiterer Irrtum besteht darin, dass ein möglichst komplexes Bier automatisch besser sein müsse.
Das sehe ich ebenfalls anders.
Ein gutes Bier muss nicht möglichst viele verschiedene Aromen besitzen. Manchmal ist gerade die Einfachheit die große Stärke.
Ein hervorragendes Pils kann unglaublich präzise, frisch und ausgewogen sein, ohne dabei zwanzig verschiedene Aromaeindrücke zu präsentieren.
Ein Helles kann durch seine Balance überzeugen.
Ein Kölsch kann durch seine Trinkbarkeit funktionieren.
Ein Weizen kann durch seine Fruchtigkeit und Hefearomatik begeistern.
Ein Stout kann durch Röstaromen und Cremigkeit überzeugen.
Und ein IPA kann durch seine Hopfenaromen faszinieren.
Komplexität ist nicht automatisch Qualität
Ein Bier muss nicht möglichst viele Aromen besitzen. Entscheidend ist, ob die einzelnen Komponenten sinnvoll zusammenspielen.
Wie sollte man einen Bier-Wettbewerb richtig lesen?
Wenn ihr das nächste Mal die Schlagzeile „Bestes Bier der Welt“ seht, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Details.
- Welcher Wettbewerb?
- Welche Kategorie?
- Wie viele Biere wurden eingereicht?
- Nach welchen Kriterien wurde bewertet?
- Wie wurde die Jury zusammengestellt?
- Wurde blind verkostet?
- Hat das Bier Gold, Silber oder Bronze gewonnen?
- Handelt es sich um einen Kategoriegewinn oder eine übergeordnete Auszeichnung?
Erst wenn man diese Informationen kennt, kann man eine Auszeichnung sinnvoll einordnen.
Meine Einschätzung zu Bier-Wettbewerben
👍 Was ich daran gut finde
- geschulte Juroren
- definierte Kategorien
- teilweise Blindverkostungen
- interessante Orientierung für Konsumenten
- gute Möglichkeit für Brauereien, Qualität zu zeigen
- man entdeckt dadurch neue Biere
👎 Was man kritisch sehen sollte
- nicht jedes Bier der Welt nimmt teil
- Teilnehmerfelder unterscheiden sich
- Kategorien sind unterschiedlich groß
- Wettbewerbsergebnisse sind nicht absolut
- Marketing macht aus Kategorie-Siegen schnell „Weltmeister“
- persönlicher Geschmack wird dadurch nicht ersetzt
Mein Fazit: Das beste Bier der Welt gibt es nicht
Das beste Bier der Welt gibt es nicht – zumindest nicht in dem Sinne, dass eine Jury, ein Magazin oder eine Verkaufsstatistik objektiv bestimmen könnte, welches Bier für alle Menschen auf der Welt das beste ist.
Es gibt hervorragende Biere. Es gibt preisgekrönte Biere. Es gibt handwerklich nahezu perfekt gebraute Biere. Und es gibt Biere, die Millionen Menschen lieben.
Ein Wettbewerbssieg ist dabei durchaus etwas wert. Wenn sich beispielsweise ein Pils beim World Beer Cup gegen 185 andere eingereichte Biere seiner Kategorie durchsetzt, ist das eine beeindruckende Leistung.
Aber auch das macht dieses Bier nicht automatisch zum besten Bier aller Bierstile.
Für mich ist deshalb die bessere Frage:
Welches Bier ist für dich persönlich das beste?
Und genau das lässt sich am besten herausfinden, indem man unterschiedliche Bierstile probiert, miteinander vergleicht und seinen eigenen Geschmack kennenlernt.
Eine Goldmedaille kann dabei ein guter Hinweis sein. Sie sollte aber niemals das eigene Urteil ersetzen.
Mein Tipp als Biersommelier
Wenn ihr mich bei einem Bier-Tasting fragt: „Matze, welches ist denn nun das beste Bier der Welt?“, werde ich euch wahrscheinlich keine einzelne Flasche hinstellen und behaupten, damit sei die Frage endgültig beantwortet.
Stattdessen würde ich euch verschiedene Bierstile nebeneinanderstellen.
Ein Pils. Ein Helles. Ein Weizen. Ein IPA. Vielleicht ein belgisches Spezialbier. Vielleicht ein Stout. Vielleicht auch ein Sauerbier.
Und dann würde ich euch fragen:
Denn genau dort wird es spannend.
Ihr müsst kein Bierexperte sein. Ihr müsst keine 100 Bierstile kennen und auch keine Fachbegriffe beherrschen.
Ihr müsst nur wissen, was euch schmeckt.
Häufige Fragen zum besten Bier der Welt
Was ist das beste Bier der Welt?
Ein objektiv bestes Bier der Welt gibt es nicht. Bier-Wettbewerbe können Sieger innerhalb bestimmter Kategorien auszeichnen, aber nicht alle Biere der Welt objektiv miteinander vergleichen.
Welches Bier wurde 2025 zum besten Pils der Welt gewählt?
Beim World Beer Awards 2025 wurde das Waldhaus Diplom Pils als „World’s Best Classic Pilsener“ ausgezeichnet. Der Titel bezieht sich ausdrücklich auf die Kategorie Classic Pilsener.
Was ist das beste Pils der Welt?
Auch beim Pils gibt es nicht den einen objektiven Sieger. Unterschiedliche Wettbewerbe und Kategorien können unterschiedliche Biere auszeichnen. Beim World Beer Cup 2025 gewann beispielsweise das Haha Pils von Arbeiter Brewing Co. die Kategorie German-Style Pilsener.
Ist ein Goldmedaillengewinner automatisch das beste Bier der Welt?
Nein. Eine Goldmedaille zeigt zunächst, dass das Bier innerhalb des jeweiligen Wettbewerbs und der jeweiligen Kategorie besonders gut bewertet wurde.
Was war das beste Bier beim World Beer Cup 2025?
Der World Beer Cup vergibt Medaillen in zahlreichen unterschiedlichen Kategorien. Deshalb gibt es nicht nur ein einziges „bestes Bier“. In der Kategorie German-Style Pilsener gewann 2025 das Haha Pils von Arbeiter Brewing Co. aus Minneapolis.
Warum ist Geschmack beim Bier subjektiv?
Menschen nehmen Aromen, Bittere, Süße, Säure, Alkohol und andere Geschmackseindrücke unterschiedlich wahr und haben unterschiedliche Vorlieben. Ein Bier kann deshalb fachlich hervorragend sein und trotzdem nicht jedem schmecken.
Was macht ein gutes Bier aus?
Dazu gehören unter anderem Stiltypizität, Fehlerfreiheit, Balance, passende Rohstoffe, handwerkliche Qualität, Frische, richtige Lagerung und eine passende Servierweise. Am Ende spielt natürlich auch der persönliche Geschmack eine entscheidende Rolle.
Du willst Bier nicht nur trinken, sondern verstehen?
Bei meinen Bier-Tastings probieren wir unterschiedliche Bierstile, vergleichen ihre Aromen und sprechen darüber, was tatsächlich hinter dem Geschmack im Glas steckt.
Nicht mit der Frage, welches Bier dir schmecken muss – sondern welches Bier dein persönlicher Favorit wird.
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