Aus dem Hochschwarzwald stammt das heutige Verkostungsobjekt: das legendäre Rothaus Pils. Gebraut mit weichem Brauwasser aus sieben hauseigenen Quellen in 1.000 Metern Höhe, regionalem Malz und feinstem deutschem Aromahopfen (Tettnanger und Hallertauer) – so wirbt die Staatsbrauerei Rothaus. Als Biersommelier will ich mir diesen echten Klassiker heute einmal ganz genau anschauen und erschmecken, ob der Kultstatus gerechtfertigt ist.
📋 Tasting-Steckbrief: Rothaus Tannenzäpfle / Pils
| Brauerei | Badische Staatsbrauerei Rothaus |
| Bierstil | Pils (German Pilsner) |
| Alkoholgehalt | 5,1 % Vol. |
| Stammwürze | 12,4 °P |
| IBU (Bittereinheiten) | ca. 32 IBU |
🌲 Der erste Eindruck: Kult im Glas
Eingeschenkt wird das Bier in mein Sensorik-Glas direkt aus der klassischen 0,5l Mehrwegflasche (als 0,33l Variante weltweit als „Tannenzäpfle“ bekannt). Schon das traditionelle Etikett mit dem Schwarzwaldmädel „Birgit Kraft“ weckt Vorfreude. Im Badischen sagt man übrigens gerne augenzwinkernd: „Bier gi(b)t Kraft“.
Besonders lobenswert: Die Brauerei verzichtet mittlerweile komplett auf Hopfenextrakt. Der Geschmack wird also ausschließlich von echtem Naturhopfen getragen.
- Optik: Das Bier zeigt sich in einem strahlenden, absolut glanzfeinen Goldgelb. Gekrönt wird es von einer schneeweißen, mittelporigen Schaumkrone, die sich anständig am Glasrand hält.
- Geruch: In die Nase steigen sofort feine, florale und grasige Hopfennoten, unterlegt von einer weichen, getreidigen Malzsüße. Sehr sauber und einladend!
👅 Die Verkostung: So schmeckt der Schwarzwald
Der erste Schluck ist extrem vielversprechend. Es offenbart sich eine wunderbar weiche Textur auf der Zunge – hier merkt man sofort das berühmte, extrem weiche Brauwasser aus dem Schwarzwald. Im Antrunk zeigt sich eine sehr milde, leicht brotige Malzsüße, die jedoch schnell Platz für den Star der Show macht: den Hopfen.
Mit dem zweiten Schluck kommt die feine Kohlensäure angenehm spritzig über die Zunge. Die Hopfenaromatik (florale, leicht würzige Töne) baut sich auf und bringt eine angenehme, saubere und typische Pils-Bitterkeit mit.
Der Nachtrunk (Abgang) ist herb, langanhaltend und würzig trocken. Genau diese Trockenheit macht das Rothaus so gefährlich süffig – man möchte am liebsten direkt den nächsten Schluck nehmen.
⭐ Matzes Fazit zum Rothaus Pils
Manche Kritiker behaupten, das Rothaus sei im Laufe der letzten Jahrzehnte etwas „glattgebügelter“ geworden, um den Massenmarkt besser zu bedienen. Doch auch wenn es vielleicht nicht mehr die absolute „Ecken-und-Kanten-Einzigartigkeit“ einer kleinen Craft-Brauerei besitzt: Es bleibt ein handwerklich hervorragend gemachtes, extrem sauberes Pils auf Top-Niveau.
Die Dosierung von Malz und Hopfen ist perfekt ausbalanciert, das weiche Wasser ist ein Traum und die Bitterkeit am Ende genau richtig für den Bierstil. Ein echter Klassiker, der seinen Kultstatus definitiv verdient hat!
Wie ist eure Meinung zum Rothaus Tannenzäpfle/Pils? Überbewerteter Kult oder Schwarzwald-Meisterwerk? Schreibt es mir in die Kommentare! 🍻


