
Wenn es um schottischen Whisky geht, ist Glenfiddich ein Name, der nahezu jedem Whisky-Liebhaber ein Begriff ist. Dieser Single Malt Scotch Whisky hat sich seit seiner Gründung einen Ruf als einer der bekanntesten Whiskys der Welt erarbeitet. In diesem Blogbeitrag tauchen wir in die Geschichte, Herstellung und die einzigartigen Eigenschaften von Glenfiddich ein und entdecken, was diesen Whisky so besonders macht.
Ich war 2025 in der Speyside unterwegs und habe die Brennerei in Dufftown besucht.
Die Geschichte von Glenfiddich

Glenfiddich wurde 1886 von William Grant gegründet, im Winter 1887 begann die Produktion von Whisky. Mit der Hilfe seiner Familie baute Grant die Destillerie in der kleinen Stadt Dufftown, im Herzen der schottischen Highlands, eigenhändig auf. Der Name „Glenfiddich“ stammt aus dem Gälischen und bedeutet „Tal der Hirsche“, was auch im ikonischen Hirschkopf-Logo der Marke widergespiegelt wird.
Seit den bescheidenen Anfängen hat sich Glenfiddich zu einer der weltweit führenden Whisky-Marken entwickelt. Es war eine der ersten Brennereien, die nach der Prohibition in den USA wieder exportierte, und spielte eine Schlüsselrolle in der Popularisierung des Single Malt Whiskys weltweit.
Die Brennerei ist auch heute noch im Besitz der Familie Grant und unabhängig.
Mit einem Produktionsvolumen von bis zu 10.000.000 l Whisky pro Jahr gehört Glenfiddich zu den größten Single Malt Whisky Brennereien der Welt. Ein besonderes Erkennungszeichen von Glenfiddich ist die dreieckige Flaschenform. Durch den sehr milden Geschmack der Whiskys ist dieser einer breiten Kundschaft zugewandt. Die Brennblasen gehören zu den kleinsten der schottischen Brennereien.
Herstellung und Handwerkskunst

Glenfiddich ist bekannt für seine traditionelle Herstellungsweise, kombiniert mit innovativen Techniken, die die Qualität und den Geschmack des Whiskys verbessern. Einige Schlüsselaspekte der Herstellung umfassen:
- Wasser: Das Wasser für Glenfiddich stammt aus der Robbie Dhu Quelle, die eine konstante und reine Wasserversorgung gewährleistet.
- Malz: Nur das beste schottische Gerstenmalz wird verwendet, um den reichhaltigen Geschmack zu erzielen.
- Destillation: Glenfiddich nutzt traditionelle Kupferbrennblasen, die für ihre Rolle in der Erzeugung eines sauberen und reinen Spirits bekannt sind. Die Brennblasen von Glenfiddich gehören zu den kleinsten schottischer Brennereien. Die Brennerei verfügt über 10 Washstills mit je 9100 l sowie 18 Spiritstills mit je 4550 l Kapazität.
- Reifung: Der Whisky reift in einer Vielzahl von Fässern, einschließlich amerikanischer Eichenfässer, die zuvor Bourbon enthielten, sowie spanischen Sherryfässern. Diese Vielfalt an Fässern trägt zur Komplexität und Tiefe des Endprodukts bei.
Geschmack und Aroma

Jeder Glenfiddich Single Malt hat seinen eigenen einzigartigen Charakter, aber es gibt einige gemeinsame Geschmacksnoten, die man oft findet:
- Fruchtig: Noten von grünen Äpfeln und Birnen sind typisch für Glenfiddich, was dem Whisky eine frische und lebendige Qualität verleiht.
- Eiche: Die Reifung in Eichenfässern bringt eine warme, holzige Tiefe.
- Gewürze: Leichte Noten von Zimt und Vanille, besonders bei älteren Abfüllungen.
- Honig: Ein Hauch von Süße, der die anderen Aromen ausgleicht.
Einige der bemerkenswertesten Abfüllungen von Glenfiddich sind der 12-Jährige, der 18-Jährige und der seltene 30-Jährige. Jede dieser Abfüllungen bietet ein einzigartiges Erlebnis und zeigt die Bandbreite und Tiefe, die Glenfiddich zu bieten hat.
Besucherzentrum & Brennerei Führungen bei Glenfiddich

Bereits seit 1969 betreibt Glenfiddich eines der ältesten Besucherzentren Schottlands und gilt damit als Pionier des Whisky-Tourismus. Das moderne Visitor Centre in Dufftown ist heute ein zentraler Anlaufpunkt für Whiskyfans aus aller Welt.
Besucher können aus verschiedenen Brennerei-Führungen wählen, die einen umfassenden Einblick in die Herstellung des Glenfiddich Single Malt Whiskys geben. Besonders positiv: Es werden regelmäßig auch deutschsprachige Touren angeboten – ein großer Vorteil für deutschsprachige Besucher.
Während der Führung erfährt man mehr über:
- die Geschichte der familiengeführten Brennerei
- den traditionellen Produktionsprozess von der Maische bis zur Reifung
- die Bedeutung der Kupferbrennblasen und Lagerhäuser
Im Anschluss folgt in der Regel eine Verkostung ausgewählter Glenfiddich Abfüllungen, je nach Tour auch exklusivere Whiskys.
Neben den Führungen verfügt Glenfiddich über einen gut sortierten Shop mit Distillery-Only-Abfüllungen, Geschenksets und Merchandise sowie ein Café, das sich ideal für eine kurze Pause nach der Tour eignet.
Die Brennerei ist täglich von 9:30 bis 15:30 Uhr geöffnet. Aufgrund der hohen Nachfrage – besonders in der Hauptsaison – empfiehlt es sich, Touren im Voraus zu buchen.
Innovation und Nachhaltigkeit
Glenfiddich ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Die Brennerei ist bekannt für ihre Innovationsfreude und ihr Engagement für Nachhaltigkeit. So hat Glenfiddich zum Beispiel eine eigene Biogasanlage, die aus den Abfällen der Whiskyproduktion Energie erzeugt. Außerdem hat die Marke kürzlich damit begonnen, Whisky in umweltfreundlicheren Papierflaschen zu verpacken, um ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.
Fazit: Lohnt sich die Glenfiddich Distillery Tour?
Glenfiddich ist ohne Zweifel eine der bekanntesten und bedeutendsten Whisky-Brennereien Schottlands. Der Besuch der Brennerei in Dufftown bietet einen sehr guten Einstieg in die Welt des Single Malt Whiskys und ist besonders für Einsteiger und Erstbesucher der Speyside empfehlenswert.
Die Führungen sind professionell organisiert, gut verständlich erklärt – dank deutschsprachiger Touren auch ideal für internationale Gäste. Das moderne Besucherzentrum, der gut sortierte Shop und die Verkostungen machen den Besuch zu einem runden Erlebnis.
Wer allerdings eine kleine, handwerklich geprägte Brennerei mit viel Ruhe und Tiefe sucht, wird Glenfiddich möglicherweise als etwas zu groß und touristisch empfinden. Für Whiskyfans, die Wert auf Tradition, Geschichte und eine perfekt inszenierte Brennerei legen, ist Glenfiddich jedoch ein fester Bestandteil jeder Speyside-Reise.
Glenfiddich ist kein Geheimtipp – aber ein Pflichtstopp, den man einmal gesehen haben sollte. Besonders als erster Kontakt mit schottischem Whisky überzeugt die Brennerei durch Qualität, Struktur und Geschichte. Slàinte mhath! 🥃


